Montag, 30. September 2013

Eine sonnige Woche

Schön war das Wochenende mit seinen herbstlichen Feierlichkeiten und viel Sonnenschein.

Die Drachen hatten einen schweren Start am windstillen Samstag, umso schöner klangen die Lieder und die Klänge der Geige, Gitarre und die Schwerte der Schwerttänzer am Michaelisfest.
Der Drache ist besiegt, die Lichter gezündet und der alte Bauerregel verspricht einen schönen, sonnigen Herbst.

"Kommt Michael heiter und schön, wird vier Wochen noch so weiter geh´n."



Eine schöne, sonnige Woche Euch allen!

Freitag, 27. September 2013

Leucht-Grün

Die Suche nach dem richtigen Grünton ist beendet.
Die Entscheidung ist nach ausgiebigen Mischexperimenten auf das dunkle, tiefe Grün gefallen.


Seit Jahren bin ich auf der Suche nach diesem Spiegel. Mit viel Glück und etwas Aufwand zog er vor Kurzem bei uns ein. Auf der weißen Wand sah er allerdings ganz schön verloren aus. Ein dunklerer Hintergrund war nötig, um seine Schönheit zur Geltung zu bringen.

Den ganzen Raum dunkel zu Streichen, kam nicht in Frage. Die Wandfläche unter der Schräge ist zwar nicht groß, trotzdem hatten wir das Gefühl, dass die Ecke dadurch zu dunkel wird. Nach gegenseitigem Beraten und Diskussion, über Breite und Höhe, kamen wir zur Entscheidung, einen halbhohen, schmalen Streifen zu setzen.
Weil das Ergebnis zwar ungewöhnlich, aber durchaus zufriedenstellend war und der Spiegel nun in voller Schönheit strahlte, ging das Spiel mit den grünen Rechtecken weiter.


Auf schiefe Altbauwände was gerades hinzubekommen ist schwieriger, als gedacht. Als wichtigster Geselle erwies sich dabei, die Laser-Wasserwage.


Wie schnell ein wenig Farbe einen Raum verändern kann.

"Oh ja, ich bin wirklich zufrieden!"
"Na Gott sei Dank!" (Bemerkung: er musste für die rechte Winkel sorgen. Na ja, er hatte doch den Laser-Wasserwagenboy zur Hilfe, oder?)
"Es passt auch so schön zu der kommenden Winter und Weihnachstzeit!"
"Zu der nächsten fünf........hoffentlich!"

Oder bis ein neues Licht aufgeht.


Donnerstag, 26. September 2013

Pflaumenmus

Eine Scheibe frisch gebackenes Kartoffelbrot dick mit Butter und schwarzer Pflaumenmus von Omas alten Händen beschmiert und begleitet mit ihrem zufriedenem Lächeln, wie wir mit schwarzen Bärten alles bis zum letzten Krümel verputzen. Ihre Erzählungen von alten Tagen, als Pflaumenmus einkochen noch ein Dorfereignis war. Hunderte Kilos süße, in der heißen ungarischen Sonne reif gewordene Zwetschgen wurden unter freiem Himmel in riesigen Kupferkesseln unter ständigem Rühren und ohne weitere Zutat in vielen Stunden zum schwarzen Gold gerührt. Nur noch wenige Familien pflegen diese uralte Tradition. (Hier könnt ihr schauen. Auf ungarisch zwar, aber die Bilder sprechen für sich.)

Diese Art des Einkochens habe ich auch nicht mehr so erleben dürfen. Nur noch 30-50 Kilo kochte sie auf dem Herd ein, ständig rührend, auch mal in den warmen Holzofen geschoben, bis die Fruchtmenge nach 12-15 Stunden sich auf ein Viertel einkochte, das dicke Mus in Tontopfen, später in Weckgläser abgefüllt wurde und auf Butterbrot, in heißen Buchteln, auf Hefezopfscheiben oder in süße Maultaschen gefüllt, unsere Kindertage versüßte.



Das erste mal bescherte uns unser Pflaumenbäumchen mit eine reiche Ernte. Fast 15 Kilo Früchte durften wir ernten. Einige kullerten auf den Kuchenteig, in Geschenkkörbchen und gleich in den Mund. Die restliche 10 Kilo kochten in 14 Stunden auf bescheidene 9 Marmeladengläschen ein.


Bescheiden sind auch die Zutaten: Süße Zwetschgen, Zeit und Geduld. Nach Bedarf etwas Rotweineissig und Zucker, eventuell wenig Zimt, oder Nelken.

Die Zwetschgen verlesen und entkernen. In einen großen Topf 150 ml (auf 10 kg Früchte) Rotweinessig gießen und die Früchte dazugeben. (Ohne Essig funktioniert auch gut. In dem Fall ein Teil der Pflaumen etwas zerdrücken, damit sie etwas Flüssigkeit lassen und nicht zu schnell anbrennen) Langsam zum Kochen bringen.
Die Früchte zerfallen relativ schnell zu einer hellroten "Fruchtsuppe. Passten nicht alle Früchte gleich in den Topf, nach und nach den Rest dazugeben und etwas reduzieren.
Entweder auf dem Herd auf kleine Hitze weiterköcheln, oder in tiefere Bräter gießen und in den auf 150 Grad vorgeheizten Backofen schieben. In die Tür eine Holzlöffel klemmen, damit der heiße Dampf entweichen kann.
(Ich habe die Backofenmethode gewählt und das Fruchtbrei in dem gußeisernen Wock gefüllt.)

Von jetzt an ist nur noch Geduld gefragt. In vielen (10-14) Stunden und gelegentlichem rühren "langsam ältern lassen", bzw. zu einem dicken, schwarzen Mus einkochen. Der Holzlöffel muss in der Mitte stabil stehen bleiben können und die Masse beim herausziehen nicht zu einfach von der Löffel rutschen. Beim Auskühlen dickt es noch etwas nach. Einfach eine kleine Probe auf einem Teller machen. Kurz vor Endspurt probieren. Sollte es nicht süß genug sein, nach Geschmack etwas Zucker und Gewürze (Zimt, Vanillestange oder Nelkenpulver) dazufügen. (Ich habe 150 Gr Zucker zu der Menge gegeben, oben draufgestreut, leicht karamellisiert und dann untergerührt. Auf weitere Gewürze habe ich verzichtet)
Heiß in Gläser füllen und fest zudrehen. Auf diese Weise eingekochter Pflaumenmus hält Jahre, ohne an Geschmack zu verlieren.


Schwarze Magie!


Mittwoch, 25. September 2013

Mittwoch im Mittelpunkt - Werkplatz

Mittwoch suche ich den Mittelpunkt.
Ist es die Arbeit, die Wäscheberge, abends ein schönes Buch, Musik oder ein Film zum abschalten, um weitermachen zu können, ein neues Rezept, was man kaum erwarten kann nachzukochen, eine neues Kleid, die Urlaubsplanung, ein tolles Gespräch, oder jemand, der unsere Aufmerksamkeit braucht oder wir seine. Ist es etwas Schönes, Ärgerliches oder Ermüdendes? Einfach die Mitte eben.
Habt ihr Lust mitzumachen?
Ihr könnt einfach den Link zu Eurem Mittelpunkt-Post im Kommentar  hinterlassen.
Ich bin sehr gespannt was ihr so alles in der Mitte findet.


Seit Tagen schwinge ich immer wieder in jede freie Minute die Pinsel. Statt Papier und Leinwand stehen allerdings einige Wände im Mittelpunkt. In den meisten Fällen reichen schon wenig Pinselstriche und eine kleine Fläche, um eine neue Stimmung zu schaffen.

In unserer langsam entwickelnden, neuen Arbeitszimmer, fand endlich Emils unentbehrbare Werkbank auch einen Stammplatz. Mal stand sie im Garten, mal in der Diele, oder im Kinderzimmer, aber in den Werkpausen immer im Weg. Jetzt hat sie einen würdigen Platz gefunden, schließlich steht sie auf dem Spielzeug-Favoritenliste ganz oben.

So sieht die Jungen-Werkecke jetzt aus:



Warum ein H und nicht E? Weil ein E schon in Emils Zimmer hängt. Weil ich das große H liebe und es endlich nach fast zwei Jahren in der Ecke stehend, auch seinen Platz fand.
Oder, wie Simons Mama spontan die richtige Lösung lieferte: "steht der H für deine Heimat?"
Ja, natürlich H, wie Hungary, oder H, wie Heimat, oder H, wie Heimwerkeln.
Genauso war es geplant.



Endlich sind Werkzeuge, Schrauben und Schnitzmesser auch für uns auffindbar, denn ziemlich oft lautet die Frage: "Emil, hast du meinen kleinen Kreuzschraubenzieher?
Oder: "Kannst du mir mal einen Nagel geben?"



Neue Regelung: die beinahe täglich in die Wohnung wandernde Stöcke kommen in den Korb. Ist der Korb voll, müssen einige auf den Lagerfeuer.
Na ja,  ich glaube das Wort voll, müssen wir noch genauer definieren.


Welche Aufgabe dieser dreibeinige Stuhl in seinem vorigem Leben hatte, führt immer wieder zu witzige Diskussionen. Zum Anlehnen ist er nicht wirklich geeignet. Auf jeden Fall befindet man sich bei dem Versuch, in einer ziemlich sonderbare Position.
Vielleicht habt ihr die Auflösung?
Bis dahin dient er, als Werkstuhl.

Montag, 23. September 2013

Montagsgruß

Ich wünsche euch eine schöne runde Woche mit leuchtenden Ideen und blühender Fantasie!


Die schöne grüne Noppenvase habe ich vor einiger Zeit mit Eni getauscht. 
Mit der kugelrunden zartgrünen Hortensie Annabell sind sie, wie füreinander geschaffen.


Sonntag, 22. September 2013

Schlusswort

Ein Schlussplädoyer will ich nicht sprechen. Meine Gegnerin, die Zeit verteidigt sich auch still, aber ein Endgedanke, oder Schlusswort darf die Woche verabschieden.

Zeichentusche auf Schöpfpapier

Und bei Euch?

Samstag, 21. September 2013

Samstagskaffee - Tiefschwarz

Stark geröstet und Tintenschwarz,


von der neu ernannten Schreibtischunterlage.


Hagenbecks´s Röstkaffee war es aber leider nicht. Hätte gerne probiert.

Mehr zum Samstagskaffee bei Ninja.

P.S - Es ist ein alter Lithographiestein, der damals für Werbedrucke verwendet wurde. Dementsprechend schwer und massiv ist er und rutscht nicht so einfach von Arbeitstisch.

Freitag, 20. September 2013

Grüne Inspirationen

Tannengrün, Giftgrün, Leuchtgrün, Grasgrün, Laubgrün, Froschgrün, Frühlingsgrün, Libellengrün.



Steingrün, Moosgrün, Wassergrün, Strandbadgrün, Teichgrün, Tiefseegrün, Achatgrün.

Postkarte: von  Indre Zetsche  

Englischgrün, Französischgrün, Altgrün, Jungesgrün, Fröhlichgrün, Morgensgrün, Müdegrün.......

Postkarte - original Gemälde: Man Bellec "Perrette"


Welches Grün?

Donnerstag, 19. September 2013

Stockbrot

Kindergesang,warmer Eintopf, Hefekuchen mit Zimt, Lagerfeuer, Stockbrot.
Schön, wie jedes Jahr war das Erntedankfest im Kindergarten. 


Außen knackig, innen weich, mit einem Stück Kräuterbutter gefüllt, heiß und tropfend. Lecker!
Satt, gut geräuchert und müde gespielt endete der Tag. 

Stockbrot:

500 gr Mehl in eine Schüssel sieben, in die Mitte eine Mulde drücken. 1 Würfel frische Hefe hineinbröckeln, mit einem Tl. Zucker bestreuen und etwa 50 ml Wasser verrühren. 
Zugedeckt etwa 20-30 Minuten gehen lassen. 
Jetzt etwa 1 Tl Salz, 3 Eßl Olivenöl und 150-200 ml lauwarmen Wasser vermengen und kräftig durchkneten. 
(Das Wasser am Besten nach und nach dosieren). Zum Schluss sollte der etwas festere Teig nicht mehr an den Händen kleben bleiben. 
Nach Belieben kann man mit feingehackten Kräutern (Rosmarin, Thymian, Oregano, oder Petersilie) abschmecken. Nochmal zugedeckt 30-40 Minuten gehen lassen.
Eine Handvoll vom Teig an einen vorbereiteten Stock kneten, oder den Spiralförmig umwickeln. 
Jetzt ist nur noch Geduld gefragt. Langsam, über heißem Glut in 15-20 Minuten knusprig backen. 

Schmeckt sehr gut mit Kräuterbutter. 
Sollte man großen Hunger haben kann man statt Kräuterbutter mit Bratwürstchen füllen.
Das Lagerfeuer-Hot-Dog ist meist ein großer Hit bei Kindern. 

Natürlich kann man den Teig auch süß vorbereiten. 
Nur eine Prise Salz nehmen. Nach Belieben mit Zucker, Vanillezucker und eventuell etwas abgeriebene Zitronenschale abschmecken. Für einen noch feineren Teig statt Wasser Milch und statt Olivenöl 1-2 Eßl Butter verwenden.
Mit  Marmelade, oder mit Zucker und Zimt vermischte Butter schmeckt es einfach wunderbar.






Mittwoch, 18. September 2013

Mittwoch im Mittelpunkt -Möbelrücken

Mittwoch suche ich den Mittelpunkt.
Ist es die Arbeit, die Wäscheberge, abends ein schönes Buch, Musik oder ein Film zum abschalten, um weitermachen zu können, ein neues Rezept, was man kaum erwarten kann nachzukochen, eine neues Kleid, die Urlaubsplanung, ein tolles Gespräch, oder jemand, der unsere Aufmerksamkeit braucht oder wir seine. Ist es etwas Schönes, Ärgerliches oder Ermüdendes? Einfach die Mitte eben.
Habt ihr Lust mitzumachen?
Ihr könnt einfach den Link zu Eurem Mittelpunkt-Post im Kommentar  hinterlassen.
Ich bin sehr gespannt was ihr so alles in der Mitte findet.

Leergeräumt und verlassen stand es da, Julias Zimmer nach ihrem Umzug.
Etwas Zeit habe ich gebraucht, um zu überlegen, wie es seine Funktion ändern sollte.
Seit Tagen sind wir nun am Möbelrücken, Auf-und Abbauen, Schränke Ein- und Auszuräumen.
Langsam wird in das ehemalige Mädchenzimmer neues Leben eingehaucht und ensteht ein gemeinsames Kreativlabor.



Viel Platz für  das ganze Equipment,

für Bücher und Zeitschriften,


für kreatives Arbeiten, Werkeln, Basteln


und für neue kleine Kunstwerke und Sammlungen.
(die konservierten, "Wirre Worte" sind erst letze Woche eingezogen und erinnern mich daran, dass ich manchmal das Wort schneller einschließen sollte. )



 Ich kann es kaum erwarten, endlich dort arbeiten zu können. Könnte es ein bisschen schneller gehen?

Dienstag, 17. September 2013

Balkonhelden

Auf unserem Minibalkon in engen Töpfen gewachsen, trotzdem schenkten sie uns den ganzen Sommer über immer wieder Früchte und Erntefreude.

Paprika, Tomaten, Gurken, Physalis, Basilikum, Thymian, Salbei, Majoran...........unsere Balkonhelden.


Gestern wanderte die letzte Erne auf dem Abendbrottisch. Rot-grün-gelbes knackiges Balkongemüse.


Die werden dieses Jahr nicht mehr reif, trotzdem dürfen die Pflanzen noch etwas auf ihren Plätzen verweilen und ihre letzten Blätter im Herbstsonne vergilben lassen. Bis zum nächsten Jahr!

Mehr Alltagshelden findet ihr bei Roboti.


Montag, 16. September 2013

Montagsgrau

Ganz schön rar, habe ich mich hier in der letzten Zeit gemacht.
Nach einer Woche Fiebersenken, habe ich mich erst in fieberhafte Arbeit getaucht. Langsam ist alles wieder kühler, leider auch die Temperaturen draußen. Grau ist die Farbe, die gerade den Himmel beherrscht.

Letzte Woche habe ich mich vom herrschenden Morgengrau mich anstecken lassen und auf einer Wand verewigt. Ein wenig Blau vom kühlem, herbstlichem Nachthimmel, zartem Morgennebel und ein Hauch vom rostigem Laub habe ich dabei versteckt.


Die nötigen Farbtupfer für andere Jahreszeiten werden die Besitzer dazufügen.









Mittwoch, 4. September 2013

Mittwoch im Mittelpunkt - "Fiebercampen"

Mittwoch suche ich den Mittelpunkt.
Ist es die Arbeit, die Wäscheberge, abends ein schönes Buch, Musik oder ein Film zum abschalten, um weitermachen zu können, ein neues Rezept, was man kaum erwarten kann nachzukochen, eine neues Kleid, die Urlaubsplanung, ein tolles Gespräch, oder jemand, der unsere Aufmerksamkeit braucht oder wir seine. Ist es etwas Schönes, Ärgerliches oder Ermüdendes? Einfach die Mitte eben.
Habt ihr Lust mitzumachen?
Ihr könnt einfach den Link zu Eurem Mittelpunkt-Post im Kommentar  hinterlassen.
Ich bin sehr gespannt was ihr so alles in der Mitte findet.

Heute war es ziemlich schwer meine Mitte zu finden.
Eigentlich müssten wir jetzt schon unsere Zelte eingepackt haben und uns auf die nächsten Tage mit vielen Freunden, Kinder, Zelten auf viel Theater freuen.
Stattdessen feiern wir das Pfeifferschen Drüsenfieber-Festival.



Um Emil zwischen zwei heftigen Fieberschüben etwas aufzuheitern, gibt es fiebersenkender Holundertee vom Spirituskocher, auf dem Balkon serviert und vorübergehend haben wir den Zelt in der Diele aufgeschlagen.
Wenig Trost versprach, dass ich in der letzten Sekunde jemanden mit dem sehr begehrten und längst ausverkauften Karten beglücken konnte.
Na ja, vielleicht sind wir nächstes Jahr auch mit dabei. Wir fiebern jetzt schon entgegen.

Montag, 2. September 2013

Vietnamesisch für Anfänger

Mit Freunden gemeinsam zu Essen, oder zu Kochen ist einfach wunderbar. Mal kommen schnelle, einfache Gerichte, bei einem spontanen Treffen auf den Tisch, mal bewusst komponierte, aufwändig zubereitete Speisen, aber immer mit einer besonderen Note.

Als wir im Sommer einen lange nicht mehr gesehenen, guten, Freund kurzfristig besucht haben, war vom gemeinsamen Kaffeetrinken die Rede. Um so großer war die Überraschung, als seine Frau Hoang gleich zu Schnippeln anfing und mit Hilfe ihrer Schwester kurzerhand eine fantastische, vietnamesische Mahlzeit zauberte.

Ich verfolgte ganz gebannt das Kochschauspiel. Vietnamesisch für Anfänger von Profis.

Erster Akt: Schnippeln.



Karotten und Kohlrabi wurden geschält, (Kohlrabi vorher in rechteckige Blöcke geschnitten) seitlich mit kleinen Kerben verziert und mit einem höllisch scharfem Küchenmesser in kunstvolle Scheibchen geschnitten. Lange habe ich so schnell und präzise tanzende Messer auf heimischen Tisch nicht gesehen.

Den Bohnen wurden die Fäden abgezogen, Enden abgeschnitten und in heißem Wasser bissfest gegart und beiseite gestellt. (Später einfach mit einem Stäbchen durch eine der kleinen Soßen gezogen und als Gemüsebeilage genossen)


Die verzierten Kohlrabi- und Karottenscheibchen wanderten in eine süß-saure Salatsoße, die aus Wasser, Reisessig, etwas Fischsoße, Zucker und feingehacktem Knoblauch bestand.


Parallel dazu wurde in eine große Schüssel die Füllung für die Frühlingsrollen vorbereitet.

500 gr Schweinemett, 2 ganze Eier, eine gute Handvoll - nach Verpackungsanweisung vorbereitete -Glasnudeln, 1 große, sehr feingehackte Zwiebel, Karotten und Kohlrabi fein gehobelt, oder so fein geschnitten, wie oben auf dem Bild. Ich glaube ich würde die Reibe bevorzugen. Eine Handvoll frische Sojasprossen, nach Belieben - vorher eingeweichte und fein geschnittene -Trockenpilze (Morcheln), Salz und frisch gemahlener Pfeffer. Alles gut verknetet.
Reispapier



Im zweiten Akt wurde gewickelt.

Der Tisch wurde mit einem sauberem Küchentuch ausgelegt, ein Teller mit kaltem Wasser bereitgestellt. Die Reispapierblätter einzeln durch das Wasser gezogen, damit sie etwas weicher und flexibler wurden und nebeneinander auf das Küchentuch gelegt.
Am unteren Ende etwas von der Füllung gegeben. Erst von beiden Seiten einschlagen, dann vorsichtig aufgerollt.


So lange auf dem Tisch mit flinken Händen gerollt wurde, brutzelten die ersten Frühlingsrollen in reichlich heißem Öl, bei mittlerer Hitze und bei mehrfachen, vorsichtigen Wenden.
Nach kurzem Abtropfen auf Küchenpapier wuchs der goldbraune, knusprige Stapel immer mehr in die Höhe.



Fast unbemerkt schlichen zwischen all den Köstlichkeiten noch einige Stückchen Bauchfleisch in mundgerechte Stückchen geschnitten, mit etwas Zucker und wenig Öl karamellisiert, mit einem Schuss Wasser aufgegossen, gesalzen, gepfeffert und weich gegart. (Als Doubles könnten auch kleine Rippchenstücke einspringen)

Es fügten sich kleine Schälchen Sojasoße, Fischsoße mit Chilistreifen und vietnamesische Chilisoße ins Bild, begleitet vom weißem Klebereis.

Was für eine Finale!

Einige Tage später reihten sich in unserer Küche einige asiatische "Geschmacksdarsteller" auf und diesmal versuchte ich Regie zu führen. Ich habe die Generalprobe bestanden! Auch wenn etwas langsamer, als bei Hoang, aber es hat geklappt!

Als visuelles Dessert servierte ich Den Duft der grünen Papaya.