Mittwoch, 27. Februar 2013

Schnüre-Seile-Bänder

Oft genügen einige Bänder, Schnüre und Seile, um in Fantasiewelten einzutauchen.
Unser Seil-Repertoire in unterschiedlichen Längen und Materialien ist fast täglich im Einsatz. 


Selbst die Buddha spielt mit einem leichten, verständnissvollem Lächeln am Gesicht mit und hütet das Pferdchen, bis der Cowboy aus dem Kindergarten zurückkomt. 



Mit einem Stock, gehäkeltem Schneckenband und ein Wandhaken ist auch ein Tiefseeangler gerüstet.
Der große Fang lässt nicht lange auf sich warten.


Wenn es über einem längeren Zeitraum sehr still ist, wird meistens an einem komplizierten Mechanismus getüftelt.


Zum Beispiel an einer Fangmaschine. 
Diese Konstruktion übernahm eine Stunde später fast die ganze Diele. Ich kann es bestätigen, die Bewegungsfreiheit ist ziemlich eingeschränkt und man fühlt sich zwischen den ganzen Bändern vertüdelt ganz schön gefangen. Die große Begeisterung von der Konstrukteuren- Seite bleibt nicht aus.


Bei der goldenen Mama-Fangmaschine hielt sich allerdings meine Begeisterung beim Anblick an meine Garnrolle in Grenzen.
Die simple Erklärung: "Ich habe es nur ausgeliehen, Mama!"
Na ja, immerhin bin ich in Gold gefangen und kann in Ruhe statt Däumchen, die Rolle wieder zurück drehen.

Tolle, stabile Filzseile bekommt man z.B  beim Filzwerk oder in einigen DaWanda Shops Schneckenbänder kann man gut aus Restwolle selber häkeln oder stricken, oder wieder im großen Kreativ-Kaufhaus bestellen. (Meist 2-3 cm breit und 1, 5-2  Meter lang)
Schnüre aus Strickwolle selber zu drehen macht den Kindern schon beim Herstellen Spaß und schult die Feinmotorik.
Sonst eignen sich dicke Seile, Gürtel von alten Strickjacken und Bademäntel u.s.w. 

Wichtig ist, die Kinder nie unbeaufsichtigt zu lassen, und von Anfang zu erklären, dass man die Schnüre niemals um den Hals wickeln darf. Besonders beim Tiere an der Leine spielen gleich zeigen, dass man die Leine am Körper unter der Achsel bindet! 
So steht fantasievollem Spielen nichts mehr im Wege. 

Dienstag, 26. Februar 2013

Selbstbildniss

Ungefähr so sehe ich in den letzten Tagen aus.


Nach Nebenhöhlenentzündung, Bronchitis und letzte Woche Scharlach-Patienten -Pflege habe ich auch noch eine dicke Beule am Kopf von einer ordinären Bierflasche:
Beim Aufräumen  habe ich alle Gläser und Flaschen, auf den ohnehin schon mit Öl-und Essiggläser belagerten Kühlschrank gestellt. Was fällt mir auf dem Kopf beim Gemüsefach sortieren? Nicht die Olivenölflasche, das würde sich wenigstens gesünder anhören, nein, ein halbes Liter Bier in Glasflasche. 
Nicht mal trinken musste ich es, damit ich so aussehe.  Sternchen und kleine Lichtpunkte inclusive.

Aber nein, selbst das reicht noch nicht. Ich habe ein Nerv am Rücken eingeklemmt und habe ich außer ein, vom Schmerz verzogenem Gesicht, eine Haltung, wie ein Zombie.
Von meiner sportlichen Auszeit musste ich damit gestern verabschieden und statt auf der Turnmatte, auf dem Sofa liegen.

Und heute? Auch nicht viel besser. Zum allen Übel  habe ich vor lauter Schmerzen mein Schminkbeutel in der Umkleide vergessen und kann mich nicht mehr mal das Grün aus dem Gesicht schminken. Ich versuche es positiv zu sehen, positive Gedanken sind ein gutes Placebo, oder? Wenigstens sind die Rötungen im Gesicht mit dem Grün kaschiert.



So, jetzt könnten diese kleine Männchen alle wieder dorthin, wo sie hergekommen sind.

Donnerstag, 21. Februar 2013

Schneeglöckchen



Die kleinen Frühlingsbooten machen dieses Jahr ihren Namen alle Ehre. Im verschneiten Garten stecken sie ihre Köpfe entgegen und flüstern fast unbemerkt: Habt Geduld, es dauert nicht mehr lange, der Frühling bereitet sich schon vor und bald kommt er mit seinen vielen bunten Frühlingsblüten und dem frischen Grün. Bis dahin trösten uns die kleinen weißen Köpfchen, die wahrscheinlich deshalb ein Symbol der Hoffnung, Reinheit und Unschuld sind.

Man möchte sie am liebsten beschützen, wenn man sie im kalten, windigen Garten sieht, aber das Schneeglöckchen und der Schnee sind Freunde. Der Legende nach, schenkte das Schneeglöckchen dem Schnee seine weiße Farbe, damit er ihm nichts antut. Seitdem liegt der Schnee, wie eine zarte, weiße, schützende Decke an den zarten "Füßchen" und sie bilden eine Einheit.
Der eine geht, der andere kommt. Der immer wiederkehrende Frühling.

Hoffen wir, dass er uns nicht mehr so lange warten lässt. Bis dahin können wir noch gemütlich auf dem Sofa sitzend, unsere Hände an eine warme Tasse Milch wärmend das Andersen Märchen über die kleinen Milchblüten - Galanthus - erzählen.



Mittwoch, 20. Februar 2013

Grünhunger



Ich weiß, wir stecken noch im Wintermonat Februar, mein Hunger nach Grün wächst aber Tag zu Tag.
Um die Wartezeit zu überbrücken ziehen immer mehr Bündel frische Kräuter in die Küche und erfrischen die Suppen, Salate, oder verleihen der guten weißen Butter ein frühlinghaftes Aussehen.


Brotaufstriche sind bei uns sehr begehrt. Der Kleinste von uns schätzt unsere Bemühungen wenig und bevorzugt schlicht und einfach Butterbrot mit Kräutersalz und das jeden Tag.
Die Tage habe ich mal mit Kräuterbutter probiert und siehe da, nicht nur das Schnippeln und Rühren hat Spaß gemacht, es hat auch noch geschmeckt.


"Kinder-Kräuterbutter"

Petersilie, Schnittlauch, Kresse eine Knoblauzehe und weil Dill bei uns ziemlich beliebt ist, ein wenig Dill.
Schön fein gehackt und mit zimmerwarmen Butter vermischt, gesalzen, gepfeffert und auf das frisch gebackene Brot geschmiert.


Ich kann nur bestätigen, "Butterbrot mit nichts" ist ziemlich lecker.

Einige andere feine Kreationen habe ich noch auf Lager, welche ist Euer Favorit?

Minzbutter: Feingehackte Minze, etwas geriebene Zitronenschale, Salz, Pfeffer, ein wenig Zitronensaft

Ingwerbutter: ein Stück geriebener Ingwer, Curry oder Madramcurry, wenig frisch gepresster Orangensaft, Salz

Tomatenbutter: sehr fein gehackte gut abgetropfte, eingelegte getrocknete Tomaten und Kapern, Salz,   einige Tröpfchen Balsamico Essig oder Balsamico Creme

Olivenbutter: feingehackte schwarze Oliven, feingehackte Kräuter, wier Thymian, Basilikum, etwas Rosmarin








Montag, 18. Februar 2013

Wohnmomente - Maria und Michel

Heute geht es nach Lilly und Mina in die zweite Runde mit den Wohnmomenten.


Unter Wohnmomenten zeige ich interessante, verrückte, künstlerische, traditionelle, geordnete, chaotische, kleine und große vier Wände von jung und alt, mit und ohne Kinder. Ob in der Stadt, auf dem Land, Haus, Wohnung oder einfach ein Zimmer, zur Miete oder Eigentum, irgendwo in Deutschland, oder anderswo, all das spielt hier keine große Rolle. Auch Design soll hier nicht im Vordergrund stehen, es soll einfach den momentanen Lebensraum von verschiedensten Menschen zeigen.
Ob sie damit glücklich sind, werden sie selber erzählen.

Heute sind wir bei Maria und Michel.
Die Beiden wohnen mit ihren zwei Kindern (1,5 un 2,5 Jahre alt) in einer etwa 110 qm großen ehemaligen Bäckerei .
Die Wohnung scheint seine Bewohner selber auszusuchen.
Bis etwa Ende der 60-er Jahre wurde hier nicht nur Brot verkauft, sondern auch gebacken, was die interessante Aufteilung mit verschiedenen Ebenen und die kleine Raffinessen erklärt.
Später war hier mal ein Trödel-, dann Küchenladen, bis die Beiden hier ihre erste gemeinsame Wohnung, damals noch zur zweit, einrichteten. Passender könnte es bei Michels Beruf, als Bäcker und Konditor gar nicht sein.


Die ehemalige Verkaufsfläche mit schönem alten Terrazzo und riesigen Fenstern hat ein Veranda- Charakter. Diei Nische, jetzt mit eingebautem Bücherregal, diente damals als Durchreiche in den Brotlagerungs- und Verpackungsraum, heute Wohnzimmer.
Das Kunstwerk an der Wand, wie fast alles in der Wohnung steckt voller Geschichten.
Angeblich hing es mal in den 80ern sogar in einer Ausstellung in der National Gallery. Es stammt von einem schon verstrobenen, deutschen Künstler. Die Werke waren Jahre lang im Keller bei der ehemaligen Lebensgefährtin des Künstlers eingelagert. Bei dem Auszug der Dame, wo Michel, als Umzugshelfer arbeitete, verschenkte sie für die Jungs fünf von den massiven Holztafeln. Einer davon hängt jetzt, als Willkommensgruß im "Laden", wie die Beiden den Eingangsbereich nennen. Es ist schwere Kunst, im wahrsten Sinne des Wortes, so muss man keine Bedenken haben, bei der Anmarsch der Simpsons. Der Kuckuck läutet fleißig jede Stunde an.

Über einige Stufen und durch eine schöne alte Schwingtür, sind wir dann im Kuriositätenparadies gelandet.


Beinahe alle Möbel stammen von Umzügen, von Marias Oma, oder sind gerettete Fundstücke, wie das Traumhafte Küchenbuffet mit ausgefallenem Details, (Merktafel, in den Schubladen Eierhalter, eingebaute Sanduhr und Brotmaschine) aus Kellern und Sperrmüll. Den Baum habe ich vor einigen Jahren nach Marias Wunsch in die Ecke  gezaubert.


In der Küche neben Sammler und Erinnerungsstücken entstehen oft traumhafte, süße Kunstwerke von Michel.


Der schmale, lange Flur mündet im Schlafzimmer.  Die Tür oben, war der ehemalige Schlafkammer des Bäckerlehrlings, jetzt ein praktischer Stauraum.


Die große Kleiderschränke von Marias Oma, wecken bei ihr immer noch Kindheitserinnerungen.
Die alten Bödenreste und Treppen dürfen ihre altbelassene Schönheit zeigen, voller Spuren der Vergangenheit. Lediglich die Dielen wurden etwas aufgearbeitet und in mit Leinöl behandelt.


Konstantin und Johanna haben ein gemeinsames Reich. Der Papa sorgt mit seinen Fotos beim Fußballspiel für Jubellaune im Kinderzimmer. Mittlerweile sind aber nicht nur die Eltern große Fußballfans.


Aus dem Flur, einige Treppen tiefer, gelangt man in die ehemalige Backstube. Hinter der Tapete verbirgt sich immer noch der kalte Ofen. Hier unten ist es ein erwachsenen Reich und nach Bedarf ein Rückzugsort.
Hier werden allerlei Schätze und Sammlungen gelagert, geordnet und gewerkelt.


Die über 100 Simpsons-Figuren sind ein fester Bestandteil. Marias Leidenschaft, scheint ansteckend zu sein, man kann wirklich nicht mehr sagen, wer der größere Fan, der Beiden ist.


Wo und wann die Wohnreise weitergeht?


Die Beiden lieben ihre Wohnung und ihre Geschichte. Michel hat nur einige Schritte zur Kaffee, wo er als Konditor arbeitet, der Kindergarten ist gleich um die Ecke.
Bis die Kinder in die Schule kommen, wollen sie noch hier bleiben, dann brauchen die Kinder getrennte Kindezimmer.




Sonntag, 17. Februar 2013

Eine neue Kamera

Unser kleiner Nachwuchsfotograf benötigte dringend eine neue Kamera.
In Papas Fotobedarf wurde kurzerhand ein exklusives Sondermodell hergestellt. 


Nicht die höhere Ästhetik und bunte Zierde stehen bei dem Modell im Vordergrund, sondern die ausgefallene Feinmechanik.
Alle Bauteile sind Fundstücke aus der Werkzeug- und Bastelkiste.


Nur noch auf das Stativ schrauben und los geht´s mit der Bilderjagd.



Solche Gartengaben, wie dieser Baumast sind die universalsten Spielzeuge im Kinderzimmer. 
Würden sie sich bloß nicht so stark vermehren. Langsam könnten wir eine Lagerfeuer machen. 

Freitag, 15. Februar 2013

Weiße Wäsche


Es gibt nichts schöneres, als abends in das schneeweiße Bett zu hüpfen und meinen Kopf auf bestickte Kopfkissen zu senken. Der Tag ist geschaft, meine Augen und Gedanken können sich von den Alltagsreizen erholen, keine Muster und kein Bilderflut. Beim Aufwachen ist es, wie ein leeres, weißes Blatt, das mich sanft in den neuen Tag schubst. "Los, mach was daraus!"
Weiße Bettwäsche ist seit 20 Jahren meine kleine Alltagstherapie. Sie hat etwas beständiges, etwas beruhigendes und selbst ganz zerknittert sieht sie wunderschön aus. Die Hüterin kleiner Nachtgeschichten.

Ich gebe zu, ich schaue schöne, gemusterte Bettwäsche an, manchmal überlege ich sogar mal einen neuen Weg zu wagen, dann lasse ich sie lieber. Vielleicht nächstes mal, für Gäste. 
Die teilen eben nicht unbedingt meine Vorliebe. 
"Ein bisschen altmodisch, aber irgendwie schön". "Mich erinnert es ein bisschen an Krankenhaus". "Möchtest du nicht mal was schönes, modernes?" "Na ja, jedem seine...."
Ja, genau. Jedem seine. Für mich weiße Bettwäsche eben. 

Das schönste, wenn dann beim nächsten Besuch eine Tüte in meine Hand gedrückt wird, mit: "Du magst doch weiße Bettwäsche, bei mir liegt es sowieso nur im Schrank rum. Willst du sie nicht haben?"  

Ja, gerne! Alle weiße Bettwäschen, flattert nur zu mir, ich gebe Euch einen neuen Heim und ihr werdet geliebt!
Und sie flattern! Selbst hier im virtuellen Bloggerwelt haben sie meine Rufe gehört und so erreichte mir die Tage ein Packet voller Faserträume von Barbara.


Wundervolles handgewebtes Leinen und Baumwolle mit Weiß- und Lochstickereien, Kopfkissen und Bett-Tücher. Weißer Wäschetraum!


Donnerstag, 14. Februar 2013

Saint Valentine und die Liebe


...ich hätte sie tausend jahre halten können... 



Die Geschichte von dem Bischof, Valentine von Terni, dem wir den Valentinstag danken können, endet am 14. Februar 269 nach Chr., in einer ziemlich lieblosen Enthauptung.
Wir gedenken aber heute eher an seine große Glaube an die Liebe, wofür er zum Schluss seinen Kopf rollen ließ.
Der Legende nach traute er unverheiratete, verliebte Paare, darunter viele Soldaten, die nach damaligem Gesetz nicht heiraten durften, christlich. Von ihm getraute Ehen waren mit Glück gesegnet.
Vorbeigehende junge Paare beschenkte er mit Blumen aus seinem Garten. Nicht schön, für so viel Liebesbekenntnis so gemein bestraft zu werden.
Die Liebe siegte doch und er wurde heilig gesprochen, was ihm leider auch nicht mehr viel nützte, aber, wir denken an ihm.
Wenn man den Überlieferungen glauben mag, wurde schon 100 Jahre nach seinem Tod  der heilige Valentinstag in Rom gefeiert.
Frankreich, Belgien und England haben eine uralte, bis in den Mittelalter reichende Valentinstradition.
Hierzulande floriert es, Dank der Blumen- und Süßigkeitenhadel, erst seit einigen Jahren.
Lassen wir den kleinen Beigeschmack der Konsum und lass uns lieber die Liebe siegen!

Nein, bei uns regnet es keine Herzkonfettis und es gab auch keine "Ich liebe dich" Girlanden. Sogar mit Blumen wurde gespart, sie stehen ohnehin in der Wohnung verteilt und erinnern an den Frühling.
Es gibt aber Musik  und ein ein bisschen Kunst für den Alltag. Ich habe mich entschieden, unsere Schlafzimmerwand neu zu bestücken mit Fotos voller Erinnerungen und einigen älteren gemeinsamen Arbeiten. (seit 10 Jahren habe ich keine gerahmten Familienfotos mehr in der Wohnung, wieso eigentlich nicht? Höchste Zeit es zu ändern.Werde ich jetzt langsam spießig, oder hat St Valentine seine Finger im Spiel?)
In alte Foto und Diakisten gekramt, Zeichnemappen durchgeblättert und einiges gefunden.

 ...hilf mir mit den knöpfen...

Simons schöne Fotoreihe habe ich damals ordentlich bearbeitet, überzeichnet, durch die alte Schreibmaschine gezogen und kleine Bootschaften hinterlassen.

 ...Kopfstehen und lachen! Sherry Brandy... 


Zum Schluss noch eine kleine musikalische Bootschaft. Die Tage habe ich eine tolle Reportage auf Arte über John Lennon gesehen. Eine seiner letzten Alben, Milk and Honey, widmete er an 30-50 jährige Paare, mit der Frage: Ist alles noch o.k in eurer Beziehung?
Ja, manchmal ist es nicht schlecht die Frage zu stellen, ob heute, oder an einem anderen Tag.



Dienstag, 12. Februar 2013

Fastnachtdienstag...

... oder auch Veilchendienstag und "Fetter Dienstag" genannt, ist nicht nur der letzte Tag der Karnevalstage, sonder auch der letze Tag vor Beginn der Fastenzeit.

Eigentlich möchte ich dieses Jahr wirklich eine kleine Fastenkur einlegen, damit es aber so richtig lohnt, habe ich noch etwas gebacken, was nicht mal annähernd an Fasten erinnert. Etwas schön in Fett gebackenes, passend zum fetten Dienstag.


Es ist ein ungarisches Wintergebäck, was besonders gerne in der Faschingszeit gegessen wird.
Als Kind habe ich es geliebt, wenn meine Oma es für uns gebacken hat. Kaum konnten wir es erwarten, bis wir die Ersten endlich dick mit Puderzucker bestreut und leicht ausgekühlt aus der großen Keramikschüssel vernaschen durften.
Es ist das erste mal, dass ich sie selber gebacken habe. Ich musste vorher meine Mama anrufen, weil ich das Rezept nicht mehr fand. Zum Glück braucht es nur sehr wenige Zutaten die meist im Haus sind und es geht sehr schnell. 
Im Gegensatz zu den Karpfen-Kreppel-Pfannkuchen-Berliner, oder wie und wo sie auch heißen, erhalten sie keine Hefe, dadurch sind sie auch länger haltbar. 

Csöröge fánk (Sprich: Tschöröge Fank)

200 gr Mehl
2 Eigelbe
eine Prise Salz
eine Prise Backpulver ( geht auch ohne)
5 Eßl Schmand oder Creme Fraiche
1 Eßl Zucker
(Nach Belieben 1 Eßl Rum, Vanillezucker, oder wenig geriebene Zitronenschale)

Alles in eine Rührschüssel geben und gut verkneten. Etwa 30 Min. zugedeckt ruhen lassen. 
Dann etwa "Messerkantenbreit"(Omas Worte) - etwa 2-3 mm - ausrollen und mit einem  ?  ich kenne das deutsche Wort für dieses Rollschneider nicht. Wie heißt es eigentlich? Mittlerweile gibt es wirklich wenig Wörter, die ich nicht kenne, aber hierbei kann mir selbst der Rest der Familie auch nicht weiterhelfen. Auf jeden Fall, egal womit, in Rautenformen schneiden und in der Mitte einen Schlitz reinschneiden.


Hier noch mal ein Bild zur Gerätebestimmung:

Ein Geschenk von meinem Opa an Oma. Den Holzgriff hat er, als Zimmermann selber gemacht. 
Wieviele Leckereien in den letzten 70 Jahren schon damit geschnitten wurden und sie wackeln immer noch nicht! Heute ist er deshalb auch der Held meines Alltags!



Dann das eine Ende durch das eingeschnittene Loch ziehen und schon fertig ist der typische Gebäckform.



In heißem, aber nicht überhitztem Öl, schwimmend, von beiden Seiten goldbraun ausbacken. (Die ersten habe ich zu heiß gebacken. Sie werden viel zu schnell braun. Die langsamer gebackenen waren leckerer.) Auf Küchenkrepp abtropfen lassen und noch warm mit Puderzucker bestreuen. 

Wenn sie ausgekühlt sind, dürfen sie noch mit einem Hauch frischen Zuckerschnee verschönert werden.



Mit heißem Kaffe oder Schokolade und eventuell mit ein Schälchen Aprikosen-oder anderer Fruchtmus, als Dipp servieren. Einfach lecker!
Allerdings roch ich nicht gerade nach Veilchen nachdem sie fertig waren. 

Was ist Euer Karnevalsgebäck?




Montag, 11. Februar 2013

Rosenmontag

Hier im Norden hält sich der Karnevalspektakel im Rahmen, aber die Kinder zogen auch hier fröhlich und verkleidet  durch den Rosenmontag. Überall traf man auf kleine Prinzessinen, Hexen und frei laufende Löwen. Der kleine Indianer vom letzten Jahr verwandelte sich diesmal in König Winter und hatte einen riesen Spaß am Faschingstag.


Sein Festtagskleid war auch schnell hingezaubert und hat diesmal wieder keine Nadel gesehen. Die Maßschneiderin hütete mit Grippe das Sofa und griff lieber ganz unelegant zu Textilkleber und Tacker.

Das Unterkleid besteht aus weißer Strumpfhose und Shirt. 
Der Umhang ist ein weißer, rechteckiger Wollstoff, die nicht fuselt.  (eine weiße Ikea Fleece Decke würde sich auch gut eignen) 10 cm vom oberen Rand kleine Löcher reingeschnitten und einen Band  durchgezogen. Die Eiszapfen aus Frischhaltefolie und die Woll-Pom-Poms sind getackert. Die Schneeflocken-Verzierung ist aus Baumwollstoff (z.B. Nessel), nach Art der Papiersterne ausgeschnitten und mit Textilkleber angeklebt. 

Die Pappkrone ist mit dem gleichen Wollstoff, wie der Umhang bezogen und angetackert. An die Tackerstellen kleine angeklebte Bommel, vom Bommelband. 

Der krausiger Wollbart hat auch einen Wollstoff Untergrund und ist mit Gummiband um die Ohren befestigt. (Hier geht es auch mit dem Tacker am schnellsten. Etwas Wolle darüber zupfen und alle Schummelstellen sind schnell kaschiert)

Der Zauberstab für Schnne, Eis und Raureif ist ein mit Märchenwolle umwickeltes Stöckchen.  Dazwischen funkelt sogar etwas Glitzerstaub. 

Einem ausgelassenen Feier stand nichts mehr im Wege.




Fleißig war er auch mit seiner frostigen Zauberei, so konnte man den ganzen Tag spüren, dass König Winter den Februar noch ganz für sich beansprucht.


Freitag, 8. Februar 2013

Knuspernudeln

Eigentlich eine Resteverwertung von übrig gebliebenen, gekochten Nudeln. Bei uns sind sie mittlerweile so beliebt, dass die Nudeln extra dafür gekocht werden.


Die Nudeln (Spagetti oder Bandnudeln) mit einem Schuss Olivenöl mischen, nach Belieben mit Kräuter würzen. In einer beschichteten Pfanne, mit einem Schuss Öl, bei mittlerer Hitze von beiden Seiten knusprig anbraten.  Mit einer Prise frisch gemahlenem Pfeffer und Salz, zu einem frischen, knackigen Salat genießen.


Ich liebe sie. Sie erinnern mich an meine Oma, sie hat mittags immer ein bisschen mehr Nudeln gekocht und tischte uns zum Abendbrot die leckeren, knusprigen Nudeln auf. Ein richtiges Kinderessen. Dass man sie mit der Hand essen darf ist nur noch die Krönung. Herrlich, die von Olivenöl glänzende Hände und Münder und die riesen knusperei. Man leckt wirklich alle zehn Finger danach ab! (Man kann sie auch ganz witzig in Pommesschalen, oder Tüten mit Parmesan bestreut  servieren oder einen leckeren, z.B Avocadodipp dazu reichen)
Egal wie, es lohnt sich auszuprobieren.


Heute habe ich einige kleine in der gusseisernen Röstipfanne gebraten. Dauert länger, aber über einem Salat, oder als kleiner Snack, sind sie noch hübscher und praktischer.


Habt ihr auch geliebte Restrezepte? Wollt ihr mal die Verwandlung verraten und zeigen?

Einen schönen Wochenausklang  wünsche ich Euch!


Donnerstag, 7. Februar 2013

Eine Reise zu könig Winter

Väterchen Frost und Winter König haben viel Streit dieses Jahr mit der vergessliche Mütterchen Tau.
Die Beiden versuchen immer wieder ihre Jahreszeit wieder zu erobern, aber dieses vergessliche Weib hält sich einfach nicht an ihre Zeit,  taucht immer wieder mitten im Winter auf, verursacht nicht nur Matschwetter, sondern auch noch tropfende Nasen.



Das wunderschöne Buch, Olles Reise zu König Winter, gehört zu Emils Lieblingsbücher.


Die Werke der 1874 geborene Kinderbuchautorin, Illustratorin und Malerin Elsa Beskow gehören zu der klassisch schwedische Kinderliteratur.
Sie studierte an der Stockholmer Kunstakademie und arbeitete, als Kunstlehrerin. So hat sie ihre Bücher meist auch selbst illustriert.
Die Kinder werden in Fantasiewelten entführt, in Reich der Tiere, Jahreszeiten, Trolle und Elfen.
So wird der kleine Olle von Väterchen Frost in König Winters Schloss eingeladen und erfährt viele Geheimnisse über der Winterwelt.


Aber irgendwann lässt Mütterchen Tau sich nicht mehr verjagen, geht ihrem Pflicht, dem großen Frühjahrsputz nach und macht Platz für den Frühling.


Väterchen Frost zankt sich schon seit Tagen mit Mütterchen Tau und will den Wintermonat Februar nicht so gerne teilen. Mal schauen wer gewinnt. Die tropfende Nasen sind nicht ausgeblieben und matschig genug ist es auch.
Bis der Frühling mit ihrer Schmetterlings-Kutsche einzieht, kann ich noch überlegen, wie ich Emils König Winter Kostüm für Fasching gestalte. Ein bisschen überrascht, hat mich der Wunsch schon, aber mittlerweile flüstert mir Väterchen Frost die Ideen zu.

Möchtet ihr eure Kinder auch in die wunderbare Fantasiewelten einladen?  Die meisten Bücher, sind bei der Urachhaus Verlag  erschienen.

Vorsicht! Sammelgefahr!




Mittwoch, 6. Februar 2013

Diamond Model No.420C

Was für ein Tag heute! Mein Kopf brummt, meine Glieder Schmerzen, ich habe tierischen Halsschmerzen und ich schmecke nichts, aber sehen kann ich noch und ich sehe hier seit einigen Stunden zwei langbegehrte Originale von Harry Bertoia. Nein, so schlimm ist es noch nicht mit mir. Es sind keine Fieberträume, die neuen kleinen Diamanten der Wohnung stehen tatsächlich hier.



Heute Vormittag schleppte Simon die beiden Schätze an. Sie standen im Sperrmüll. Einfach rausgestellt. (Er ist wirklich ein Alltagsheld). Der eine ist fast in einwandfreiem Zustand, der andere etwas angerostet und mit einem angebrochenem Stab an der Seite. Die Restauration lohnt sich aber allemal. 

Schon seit Jahren ist es mein Traum alte Originale von den Stühlen zu besitzen, gehindert hat mich bisher der Preis. Ich hoffte auf ein Wunder, wie man sieht nicht vergeblich!

Das Diamond Model No. 420C war der erste Stuhl, den der 1915 in Italien geborene und in der USA lebende Künstler Harry Bertoia 1950-52  entworfen hat. Der Drahtgittersessel war von Anfang an ein Erfolg. 
Auch seine anderen Entwürfe, wie der Diamond, Model No. 421LU oder der Bird chair gingen in die Designgeschichte ein. 

Werbung aus der Zeitschrift Schöner wohnen - 1962


Bis heute werden seine Entwürfen unverändert von Knoll produziert. 

Weniger bekannt sind seine künstlerische Arbeiten. Als Bildhauer schuf er zahlreiche traumhafte, poetische Metallskulpturen, aber er fertigte auch ausgefallene Schmuckstücke an, u.a die Trauringe für  Ray und Charles Eames und hinterließ zahlreiche Monotypien. Ein fantastischer Künstler! 
Mehr über seinem Leben und Lebenswerk und künsterischer Werdegang könnt ihr auf der von seiner Tochter gestalteten, sehr informativen, offiziellen Harry Bertoia Homepage lesen.

Ich setz mich erstmal hin und versuche mein Glück zu fassen. 






Dienstag, 5. Februar 2013

Wohnmomente - Lilly und Mina

Heute starte ich hier meine erste Blogreihe.

Unter Wohnmomenten werde ich demnächst interessante, verrückte, kleine und große vier Wände zeigen. In der Stadt, auf dem Land, Haus, Wohnung oder einfach ein Zimmer, zur Miete oder Eigentum, all das spielt hier keine große Rolle.  Design soll hier nicht im Vordergrund stehen, es soll einfach den momentanen Lebensraum von verschiedensten Menschen zeigen.
Ob sie damit glücklich sind, werden sie selber erzählen.

Nein, ich will nicht mit unserer Wohnung anfangen, die kennt ihr schon alle, aber als Start bleibe ich doch in der Familie und zeige die kleine Wohnung von der großen Schwester Lilly und ihre Mitbewohnerin und Freundin Mina.

Lilly und Mina sind beide 21 Jahre alt und es ist ihre erste eigene Wohnung nach dem sie das elterliche Nest verlassen haben.
Sie wohnen mittlerweile seit 1,5 Jahren zusammen in der knapp 50 qm großen, oder kleinen Wohnung.
Seit ihrem 14-ten Lebensjahr sind sie Freundinnen.
Nach dem der Wunsch des Ausziehens ausgesprochen war, ging die Wohnungssuche los. Zwei Zimmer, mit je eigener Eingang sollten es sein, gerne Altbau, eine Küche, wo man sich hinsetzen kann, gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel und natürlich günstig.
Dann kamen auch noch die elterliche Sorgen: ist es eine sichere Gegend, werden sie nicht über den Tisch gezogen, sollten wir vielleicht mit zum Mietvertrag unterschreiben?
Bloß nicht! Wir machen es schon! Und sie haben es gemacht. Alleine. Was dabei rausgekommen ist? Schaut selber.

Die Wohnung liegt mitten in der Stadt, wenige Schritte zu jeder Verkehrsverbindung, in einem Altbau auf der zweiten Etage. Die Hausbewohner sind sehr gemischt: Viele WG-s, Studenten und einige ältere Herrschaften. Es war alles sehr abgewohnt und außer mehrfachem Streichen um jegliche Nikotin und andere undefinierbare Gerüche zu beseitigen waren einige Putztage auf dem Programm, bevor man einziehen konnte.

Ein kleiner Eingangsbereich eröffnet das WG Glück.


Neben einigen Haken an der Eingangstür für Jacken und Mäntel und ein schmaler Schuhschrank an der Wand, ist doch noch etwas Platz für ein bisschen Deko geblieben.
"Fiona" stand schon in Lillys altes Zimmer und sie musste, als zweite Mitbewohnerin mit einziehen. Jetzt erfüllt sie ihre Aufgabe, als Empfangsdame.

Die Küche, wie gewünscht mit genügend Platz, um gemeinsam hinsetzen zu können und mit Blick in den Innenhof.


Der Tisch ist Mittelpunkt und Treffpunkt der Wohnung. Hier wird geschnippelt, gegessen, geklönt, gelernt, gebastelt und mit Freunden zusammen gesessen.
Das alte Küchenbuffet, der weiß gestrichener Tisch und die meisten weißen Vasen stammen von Minas Oma.



Beinahe alle Möbel, Gegenstände und Gebrauchsartikel in der Wohnung  sind alte Stücke von den Familien, Freunden, aus den alten Jugendzimmern, vom Sperrmüll und einige wenige vom Flohmarkt.

Lilly hat ihren Bett auf weiß gestrichene Paletten gebaut, die auf abenteuerliche Weise in die Wohnung transportiert wurden. Das, an die Wand gelehnte, alte Fenster gehörte im ersten Jahr zur Originalausstattung, bis nach dem letzten, Eisblumenreichen Winter der Vermieter neue gespendet hat. Bleiben dürfen sie trotzdem.
Die Kissen sind selbstgenäht, an der Bilderwand sammeln sich neben eigene Zeichnungen auch Geschenke von den letzten Jahren.


Den praktischen Hocker mit wichtiger Verstaumöglichkeit hat Lilly im Rahmen eines Schulprojektes selber gebaut. Auf so kleiner Fläche müssen Gebrauchsgegenstände frei präsentiert, als Deco dienen, wie die Kettensammlung am Fenster. Die Leiter stammt von einem Abbruchhaus um die Ecke und dient, als Zeitungsständer.



Die rosa gestrichene Kommode war ein Geschenk zum 18. Geburtstag. Die kleine Bleikristallsammlung eröffneten erste Stücke von der ungarischen Oma.



Minas Zimmer ist ein Tuck kleiner. Sie hat das praktische, ausziehbare Ikeabett, um Platz zu sparen.
Am Fensterbank, Kommoden und an den Wänden entdeckt man hübsche kleine Döschen, Familienfotos und Bücher, die auf ihre halb ägyptische Familie hindeuten.



Ein eigenes kleines Paradies auf Zeit haben sich die Beiden geschaffen. Wie lange sie noch hier wohnen? Mal schauen.......
Wichtig im Moment ist, dass die Freundinnen-WG geglückt ist und die Freundschaft sogar bestärkt ist.
(und die Eltern nicht nur zufrieden, sondern sehr-sehr stolz auf so viel Kreativität und Eigenständigkeit sind)


Viele tolle Wohnmomente wünsche ich Euch noch!