Donnerstag, 18. April 2013

Schlafgemach

Wenn ich als kleines Mädchen bei meinen Großeltern zu Besuch war, schlich ich immer wieder gerne in ihr Schlafzimmer.
Ich liebte den Frisierspiegel. In der Mitte ein kleiner Hocker, rechts und links auf den Ablagen standen schöne, geschliffene Parfümflaschen auf gehäkelte Spitzendeckchen. Wenn man auf die mit Quasten verzierte Pumpen drückte, verteilte sich im Raum ein feiner Maiglöckchen-, Veilchen- oder Rosenduft. 
Seit dem wünsche ich mir so einen Frisierspiegel. Nein, keine Kommode, einen mit langem Ankleide- Spiegel.
Vor Kurzem sah ich einen im Schaufenster des Sozialkaufhauses. Einige Stunden später stand er im Schlafzimmer. Ziemlich ähnlich, wie Omas, ihre war vielleicht etwas mehr verziert. 
Ich überlege schon seit Wochen, wie und ob ich es streichen soll. Sein hochglanz poliertes dunkles Holz ist schon längst aus der Mode gekommen, aber irgendwie fasziniert mich sein alter Glanz.


So dekorierte ich die Ecke mit all den gesammelten Vintage Stücken aus verschiedenen Epochen.
Der Schmiedeeiserne Jugendstil Kerzenkronleuchter war der erste gemeinsam gekaufte Stück mit Simon, auf unserer ersten Ungarnreise. 
Die 50-er Jahre Wäschetruhe bekam ich von einer alten Dame geschenkt, von der ich damals für unseren Laden einiges gekauft habe. 
Eine der gefundenen Bertoia Stühle steht jetzt auch hier.
Den Tapetenstreifen mit 50-er Jahre Modemotiven habe ich in einem alten, vor Abriss stehenden Gartenhäuschen von der Wand gezogen. 
Die Kristall Bonbonieres fand ich letztes Jahr mit vielen anderen schönen Tellern, und Schalen in einer Kiste am Straßenrand. Seit dem warten sie auf Einsatz. Jetzt haben sie endlich Platz und eine neue Aufgabe. 


Die Wand habe ich schon vor Jahren mit der Pigmentlasur versehen. 
Die Stehleuchte stand beim Bezug unserer ersten Wohnung ganz verlassen in den leeren Räumen. Vielleicht hatte er die Aufgabe unseren neuen Weg zu beleuchten. Seit dem wird er gehütet. 
Mein Nachttischchen ist ein rollbarer Servicewagen aus den 60-er Jahren, von Simons Eltern. 


Dem Bett gegenüber habe ich die Bilderrahmen neu sortiert. Alt und neu, Kunst, Handarbeit und Gefundenes hängen unbeschwert nebeneinander. 


Jetzt weht ein frischer Frühlingswind und wenn ich die Augen zumache meine ich den ich den Duft von Maiglöckchen und Veilchen zu riechen.

Kommentare:

  1. Liebe Eva,
    euer Schlafzimmer ist wunderschön!
    Mit einer ganz persönlichen Note!
    Wir haben auch die alten Nachtkästchen
    meiner Mutter neben dem Bett.
    Sie sind auch aus dunklem Holz.
    In Weiß oder Farbe würden sie sicher besser aussehen,
    aber irgendwie traue ich mich nicht,
    denn dann überstreiche ich Erinnerungen.
    Ich würde den Spiegel auch so lassen wie er ist.
    GLG
    Melanie

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  2. Oh nein, bitte nicht streichen. Er ist so schön wie er ist, und ich glaube mir würde der Glanz einfach fehlen. Er fügt sich auch so einfach wunderbar in euer Schlafzimmer ein :-). Wirklich schön ist es bei dir...
    Noch einmal liebe Grüße, Sabine

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  3. Ach ja, wunderbar! Meine Oma hatte eine Kosmetikkommode, auf der ich immer saß und träumte... .
    Hier bei Dir weht einem der Duft förmlich um die Nasenspitze! So viele schöne Dinge bekommen bei Dir wieder einen Ehrenplatz!
    Einige davon einfach so am Straßenrand gefunden?! Wie gut, dass Du sie entdeckt hast!
    Ein toller Platz zum Erinnern!
    Ganz liebe Grüße
    Trix

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  4. Eine wunderbare Melange hast du da in deinem Schlafraum ( meiner war auch lange in solchen Tönen, aber ich brauch Farbe ).! Die Faszination der alten Frisiertische kenne ich auch aus meiner Kindheit auf dem Lande. Das dunkle, polierte Holz war da auch modern & die kristallenen "Garnituren" inklusive Spitzendeckchen. Schöne Exemplare an Dosen hast du da gefunden, die nähm ich auch...
    Eine besonders gute Nacht wünsche ich dir in diesem persönlichen raum!
    LG
    Astrid

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  5. Liebe Eva,

    wenn ich deinen Text so lese, meine ich auch den Duft Meiglöckchen zu riechen! Der Frisiertisch ist so herzallerliebst!

    Hab ein schönes Wochenende!

    Ganz liebe Grüße
    Maike

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  6. Oh wow, wie schön du dich bettest! Was für ein tolles Zimmer!
    Und den Frisierspiegel würde ich in jedem Fall so lassen. Diese alte, gesetzte, dunkle, glänzende Farbe, ich finde, sie hat was Besonderes.

    Liebste Grüße!

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  7. Meine Mutter hatte auch so einen und manchmal durfte ich daran spielen. Es war immer eine Freude, in ihren Schatullen Schätze zu entdecken, Broschen anzustecken und den Lippenstift zu probieren. Manchmal bedauere ich, dass ich den entsprechenden Platz dafür in meinem Schlafzimmer mit Büchern voll gestellt habe. Aber ohne die neben meinem Bett könnte ich ja auch nicht einschlafen. Da musste ich mich eben entscheiden.

    Grüße! N.

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  8. Oh!!! Da werden Erinnerungen wach! Meine Oma hatten einen wunderhübschen Frisierspiegel. Man konnte den Spiegel nach links und rechts aufklappen, er hatte Schubladen mit Perlmuttknäufen, oben drauf langen Spitzendeckchen mit kristallglas parfümfläschchen... ein Traum! Leider war ich noch ziemlich jung als sie gestorben ist und mein Interesse an Möbeln hielt sich in Grenzen. Keine Ahnung was mit dem Frisierspiegel passiert ist, aber ich hätte ihn so gerne! Ich hoffe, dass ich irgendwann einen ähnlichen finden werden... allein schon wegen der Erinnerungen :)


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  9. Oh wie schön!!!! Euer ganzes Schlafzimmer ist ein zarter feiner Traum! Und die Frisierkommode bitte so lassen! Meine Oma hatte auch so eine und ich haeb als Kind immer gerne davor gestanden...und meist war ich verkleidet mit ihren tollen alten Sachen! Liebe Grüße

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  10. Ja, sehr schön ist sie! So, wie sie ist...Aaaber verstehen kann ich die Überlegung, sie zu streichen, schon.
    Habe hier einen Nähtisch von meiner Uroma. Der ist mit dunklem Eichefurnier. Auch nicht gerade der Traum von Farbe...Aber ich hab´mich einfach (noch) nicht getraut, ihn zu streichen. Weiß auch nicht genau, warum.
    Meine Oma hatte auch einen Frisiertisch mit ziemlich langem Spiegel. Da konnte man sich als Kind wenigstens sehen und stundenlang Unterröcke, Hüte, Handtaschen, Frisierumhänge, Schuhe, Handschuhe von Omas reichlichem Fundus anprobieren...Wunderbar war das und es sind tolle Erinnerungen.

    Danke für deine tollen Bilder
    GLG
    PE

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  11. es sieht nicht nur traumhaft aus, du hast es auch noch wunderbar beschrieben! warscheinlich würde ich sie auch so lassen (oder "ganz wild" schwarz streichen?). vielen dank für den persönlichen einblick in dein schlafgemach mit geschichte. schöne grüße, wiebke

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  12. traumhaft dein schlafzimmer (schönstes kompliment, was mir für ein schlafzimmer einfiel;) die erinnerung an solch einen frisiertisch hat wahrscheinlich fast jedes mädchen... bei meiner oma war das teil aus den 40ern und bei meiner mama aus den 60ern. immer mit dreiteiligem klappspiegel, in dem man sich selbst wie ein fremder beochachten konnte...von der seite und von hinten-welch wunder als kind;)
    liebst birgir, die dieses schöne stück wahrscheinlich auch nicht streichen würde (allerdings wechselt das bei mir ja dann auch schnell mal;)

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  13. neiiiin! bitte NICHT streichen! er passt doch auch so wunderbar in den Raum. liebe Grüsse!

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  14. Wenn ich mal bei Dir bin, schleiche ich mich auch in Dein Schlafzimmer! Es sieht ganz bezaubernd aus, wie Du es jetzt dekoriert hast! Riecht es jetzt auch nach Blümchenduft? Auf keinen Fall mehr streichen! Das muß ja jetzt ein tolles Gefühl sein dort zu sitzen :O) Was für schöne Erinnerungen Du jetzt immer hast :O)

    Vielen Dank für diesen Einblick!

    Liebe Grüße
    Kerstin

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  15. ...was für ein schönes Schlafzimmer...kenne auch so Kindheits Erinnerungen...tolle Kommode!!!
    Lieben Gruß
    Anja

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  16. Unglaublich schön!!! die tapetenreste haben es mir ganz besonders angetan! wunderbar!

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  17. wunderbar! schön, wie du die dinge gefunden, aufgesammelt und zusammengetragen hast!

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  18. Ein ganz ähnliches Möbelstück kenne ich auch aus meiner Kindheit und ich konnte mich stundenlang damit beschäftigen, die Fächer durchzustöbern und fand jedes Mal etwas Neues.
    Ein einmaliges Schlafzimmer zeigst du uns heute - genau die richtige Mischung, ein Zufluchtsort.
    Und das Holz würde ich auch so belassen, wo kriegt man schon so etwas einmaliges zu sehen!

    Liebe Grüße von Margarete

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  19. ich finde deR spiegel passt in seinem alten kleid ganz heRRvoRagend in eueR tRaumhaft gemütliches schlafzimmeR.
    ein feineR mix aus alt und neu. und so liebevoll dRapieRt.

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  20. wenn ich mir das gesamtambiente so ansehe und deine unentschlossenheit dazudenke, dann würde ich sagen: nicht streichen, vorerst zumindest. kann man später immer noch.
    liebe grüße von ulma, die schon viel zu oft etwas überstürzt gestrichen und es danach bereut hat :)

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  21. Wie schön da alles zusammenpasst. Es strahlt eine absolute Gesamtharmonie aus und gefällt mir sehr! :)
    Ich glaube, ich würde die Schminkkommode so lassen. Das gibt dem ganzen ein gewisses Flair. Richtig gut! :)

    Alles Liebe,
    Marlene

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  22. Ein Traum von einem Schlafzimmer, ganz besonders und einzigartig!
    Natürlich hatte meine Oma auch so einen Schminktisch - ich würde ihn nicht streichen - der Glanz ist wirklich was besonderes!! Danke für den Einblick!

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  23. Liebe Evá, da muss ich an die alte Dame denken, die gegenüber meinem Elternhaus gewohnt hat. Als Kind habe ich sie oft besucht und auch sie hatte einen Frisiertisch im Schlafzimmer auf dem Parfumflakons standen. Solche Pumpflakons hatte ich vorher noch nie gesehen, da es in unserem Haushalt so etwas nicht gab, und ich war immer völlig fasziniert davon. Ich danke dir für das Wachrufen dieser Erinnerung.
    Viele Grüße
    Regina

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  24. so, so wunderschön. am liebsten würde ich mich einfach in die mitte des raumes setzen und einfach stundenlang verweilen und gucken :)
    liebste grüße von inga

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  25. Liebe Éva,
    was für ein wunderbarer Einblick - ich schwelge in diesen schönen Bildern und stehe auch sehr auf Deinen Fund im Sozialkaufhaus. Wunderbar.

    Im Haus meiner Großeltern gab es verschiedene Räume mit ganz eigenen Gerüchen, die für mich bis heute einen Hauch von Heimat bergen, wenn ich ihnen woanders begegne.

    Herzliche Grüße von Nina

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  26. Ja, an diese faszinierenden Quasten kann ich mich auch noch gut erinnern, wobei meine Oma - eine ziemlich pragmatische Frau - so eine Kommode nicht besaß. Dein Ensemble von Einzelstücken ist so liebevoll beschrieben, dass man einen Hauch von Eurem Wohnen spüren kann. Ganz doll gefällt mir die Bilderwand!!!!!!!
    GlG Barbara

    Hier habe ich vor längerem meine Erinnerungsstücke gezeigt, unter anderem ein Uralt-Flacon *smile: http://fasertraum.blogspot.de/2012/03/gelebtes-leben.html
    Alles Liebe Dir.

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  27. Liebe Éva, ich habe das kristallne Frisiertischset meiner Oma. :) LG

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  28. ich finde es ganz wunderbar so! liebevoll zusammengetragene einzelstücke, die ein zauberhaftes gesamtbild ergeben. im moment würde ich den frisiertisch auch nicht streichen.
    liebe grüße von mano

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  29. Wunderschön ist Euer Schlafzimmer und nein, ich würde die Frisierkommode nicht lackieren. Alleien schon, weil meien Omas jeweils auch so eine hatten, auch in Nussbaum, auch mit kristallenen Parfumzerstäubern mit Troddeln dran und Häkeldeckchen. Ich finde sie perfekt.
    Und die Bilderanordnung ist es auch.

    Herzlich, Katja

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  30. Das Zimmer ist wunderwunderschön! Vollgepackt mit Geschichten, Träumen und Erinnerungen. Ich bin ganz verzaubert und voller Bewunderung! Ich mag die alte Tapete und das Pferd an der Gardine. Den alten Spiegel würde ich glaube ich so lassen, er hat wirklich etwas faszinierendes. Vielleicht kommt Dir mit der Zeit eine Idee, aber im Moment muss er glaube ich so sein wie er ist.
    Liebste Grüße von Meike

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  31. Eine wunderschöne Oase hast Du da geschaffen!
    Liebe Grüße, Verena

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  32. Ein schöneres Schlafzimmer könnte ich mir nicht ausmalen! Ganz große klasse! Liebe Grüße, Isa

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